Ernährung


Ernährung

Ernährung (Nutritĭo), die Gesamtheit der physik. und chem. Vorgänge, durch die dem Organismus die zum Leben erforderlichen Bestandteile zugeführt und diese Stoffe unter dem Einfluß der Verdauungssäfte verwandelt (verdaut) werden, sowie die in den Zellen sich abspielenden Vorgänge der Assimilierung der Nahrung (Stoffwechsel). Die aufgenommenen Nahrungsmittel werden im Munde zerkleinert, daselbst wie im Magen und Darm den Einflüssen der Verdauungssäfte unterworfen, welche die Nahrung zu einem dünnen Brei verarbeiten und die einzelnen Stoffe so umändern, daß sie in den Körpersäften löslich sind. Aus diesem Speisebrei (Chymus) gehen die dem Körper nützlichen Stoffe als Milchsaft (Chylus) in die Lymphgefäße des Darms und weiterhin in das Blut über, während die unbrauchbaren Stoffe im Kot aus dem Körper entfernt werden. Damit der Körper gesund erhalten und die nötige Arbeit geleistet werden könne, bedarf der arbeitende Mann von 70 kg Gewicht etwa 118 g Eiweiß, 50 g Fett und 500 g Kohlehydrate, die Frau von 60 kg Gewicht 94 g Eiweiß, 45 g Fett und 400 g Kohlehydrate (mittleres oder rationelles Kostmaß Voits); ferner sind dem Körper von anorganischen Stoffen außer Wasser die Karbonate, Phosphate, Chloride von Kalium, Natrium, Ammonium, Kalzium und Magnesium sowie Eisen unbedingt nötig. – Vgl. Munk und Uffelmann (3. Aufl. 1895). – Künstliche E., das Einbringen von nährenden Flüssigkeiten in den Magen oder Darm mittels der Schlundsonde oder Nahrung (bes. Pepton) enthaltender Klistiere bei krankhaftem Verschluß der Speiseröhre oder fortgesetzter Nahrungsverweigerung (z.B. bei Geisteskranken). – E. der Pflanze, alle beim Stoffwechsel in der Pflanze sich abspielenden chem. und physik. Vorgänge. Außer den für alle Organismen notwendigen Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff sind für die Pflanze noch unentbehrlich Schwefel, Phosphor, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Neben diesen Stoffen können fast alle übrigen Elemente in der Pflanze vorkommen. Der weitaus größte Teil der festen pflanzlichen Substanz wird der Kohlensäure der Luft entnommen (s. Assimilation), die Aufnahme des Sauerstoffs wird als Atmung (s.d.) bezeichnet, alle übrigen Elemente werden durch die feinen Haare der Wurzeln auf diosmotischem Wege aus dem Boden aufgesogen. In Samen, Knollen, Sporen etc. findet eine Aufspeicherung der assimilierten Stoffe statt (Reservestoffe), die dann zum Keimen verwandt werden.


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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